Kapitelhaus & Prälatur

Im architektonischen Gesamtkontext der Klausur und des zentralen Innenhofs (Kreuzgang) bildeten das Kapitelhaus und die Prälatur wesentliche Bestandteile des klösterlichen Lebens- und Verwaltungsraums der Benediktinerinnen auf dem Rupertsberg.

Anordnung um den tiefer liegenden Kreuzgang Die Quellen betonen die topografische und architektonische Geschlossenheit der Anlage. Vom südlichen Seitenschiff der Klosterkirche gelangte man über eine Treppenanlage hinab in den tiefer liegenden Kreuzgang. Genau um diesen zentralen Hof herum waren die primären Räumlichkeiten des Konvents angeordnet. Neben dem Konventgebäude mit dem Dormitorium (Schlafsaal, im Ostflügel) und der Klosterschule gehörten hierzu explizit auch das Kapitelhaus und die Prälatur. Sie bildeten somit gemeinsam mit dem Refektorium (Speisesaal) den innersten Kern der Klosteranlage.

Fehlende bauliche Details in der Rekonstruktion Im Gegensatz zu anderen Bauten der Klausur – wie etwa dem Ostflügel, für den anhand historischer Abbildungen spezifische Arbeitszellen und ein gedeckter Gang zur Kirche rekonstruiert werden konnten, oder dem Kelterhaus im Westflügel – liefern die vorliegenden Quellen keine detaillierten architektonischen Beschreibungen zur Prälatur und zum Kapitelhaus. Es fehlen konkrete Maßangaben sowie eine genaue Verortung, in welchem der Kreuzgangflügel (etwa im West- oder Südflügel) diese beiden Gebäude exakt untergebracht waren.

Sie werden in der historischen Überlieferung vielmehr summarisch als fester Bestandteil des Gebäudeensembles aufgeführt, das sich um den Kreuzgarten schloss. Im Kontext mittelalterlicher Klosteranlagen diente das Kapitelhaus üblicherweise als zentraler Versammlungsraum der Ordensgemeinschaft, während die Prälatur den administrativen beziehungsweise repräsentativen Bereich der Äbtissin (zunächst Hildegard von Bingen selbst) darstellte.


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