Die Rekonstruktion des Klosters auf dem Rupertsberg

Rekonstruktion Rupertsberg

Wie sah das Kloster aus, das Hildegard von Bingen auf dem Rupertsberg errichten ließ? Diese Frage beschäftigt Historiker, Archäologen und Bauforscher seit vielen Jahrzehnten. Da die Anlage im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört wurde, existieren heute nur noch wenige bauliche Überreste. Die ursprüngliche Gestalt des Klosters lässt sich deshalb nur durch das Zusammenführen vieler einzelner Hinweise erschließen.

Die wichtigste Grundlage dieser Rekonstruktionsversuche bildet die wissenschaftliche Arbeit von Gerhard Roese, der historische Quellen, archäologische Befunde und baugeschichtliche Erkenntnisse zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammengeführt hat. Seine Untersuchungen stellen bis heute den umfassendsten Beitrag zur Architektur des Rupertsberger Klosters dar und bilden auch die Ausgangsbasis der hier vorgestellten Seiten.

Diese Rubrik verfolgt jedoch nicht das Ziel, Roeses Arbeit lediglich zusammenzufassen. Vielmehr werden seine Ergebnisse anhand weiterer Quellen, neuerer Erkenntnisse und eigener Untersuchungen ergänzt und an einzelnen Stellen kritisch hinterfragt. Viele dieser Fragen ergaben sich erst bei der maßstabsgerechten Umsetzung der Rekonstruktion in ein dreidimensionales Modell. Dabei wurden architektonische Details sichtbar, die in zweidimensionalen Plänen oft nur schwer zu beurteilen sind und deshalb erneut mit den historischen Quellen verglichen wurden.

Das Kloster auf dem Rupertsberg war kein beliebiger Konvent, sondern eine der bemerkenswertesten Klostergründungen des 12. Jahrhunderts. Seine Anlage orientierte sich an den Grundprinzipien des berühmten St. Galler Klosterplans, der seit dem frühen Mittelalter als Ideal einer benediktinischen Klosteranlage galt. Zugleich zeigen zahlreiche Hinweise, dass Hildegards Kloster in vielen Bereichen den technischen und organisatorischen Möglichkeiten seiner Zeit entsprach oder ihnen sogar voraus war. Eine leistungsfähige Wasserversorgung, ausgeklügelte Wirtschaftsgebäude, ein Hospital, Gästehäuser sowie eine repräsentative Klosterkirche mit ihrer symbolträchtigen Architektur machten den Rupertsberg zu weit mehr als einem Ort des Gebets: Er war ein geistiges, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum.

Die folgenden Seiten laden dazu ein, dieses außergewöhnliche Bauwerk Schritt für Schritt neu zu entdecken. Aus historischen Quellen, archäologischen Befunden und den Erkenntnissen verschiedener Rekonstruktionsversuche entsteht das Bild einer Klosteranlage, die eindrucksvoll zeigt, wie eng Spiritualität, Architektur, Naturbeobachtung und praktische Lebensgestaltung im Denken Hildegards von Bingen miteinander verbunden waren.


Quellen:

Kloster Rupertsberg - Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Rupertsberg

Rupertsberger Hildegards Gesellschaft - Kloster_Rupertsberg
https://rupertsberger-hildegardgesellschaft.de/der-rupertsberg/

Die Rekonstruktion des Klosters auf dem Rupertsberg
https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/aufsaetze/roese-rupertsberg-rekonstruktion-kloster.html

Recherche: Geschichte des Klosters - Lajos Herpay
https://www.herpay.de/Projekte/Kloster/Geschichte.html

Abtei St. Hildegard: Die Rekonstruktion der Klosterkirche auf dem Rupertsberg
https://abtei-st-hildegard.de/rekonstruktion-der-klosterkirche-auf-dem-rupertsberg/


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