Die Radarüberwachung ist das technologische Rückgrat der modernen Verkehrslenkung (Wahrschau) am Mittelrhein, speziell auf dem gefährlichen und unübersichtlichen, rund 7 Kilometer langen Abschnitt zwischen Oberwesel und St. Goar (Loreley-Passage). Die Quellen führen dazu folgende Kernpunkte aus:
Inbetriebnahme und lückenlose Überwachung Obwohl die Signalstellen ab 1993 bereits zentral gesteuert wurden, war in den ersten Jahren noch eine Überwachung vor Ort an den Stationen notwendig. Dies änderte sich fundamental mit der vollständigen Inbetriebnahme der Radarüberwachung im Jahr 1997. Von diesem Zeitpunkt an übernahm die Revierzentrale Oberwesel (eine Betriebsstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bingen) die komplette und lückenlose Überwachung der gesamten Gebirgsstrecke aus der Ferne.
Die vier Landradarstationen Da die stark gewundenen Kurven und steilen Felswände an der Loreley einen direkten Sichtkontakt der Schiffe unmöglich machen, wird der Abschnitt über vier fest installierte Landradarstationenüberwacht, um auch die toten Winkel abzusichern. Diese befinden sich an folgenden strategischen Punkten:
1. In Oberwesel 2. Gegenüber dem Kammereck 3. Gegenüber der Loreley 4. An der Signalstation E „An der Bank“ (beim Bankeck vor St. Goar).
Arbeitsweise in der Revierzentrale Die vier Landradarstationen erfassen alle Schiffsbewegungen auf der Strecke und übertragen ihre Radarbilder live in die Revierzentrale nach Oberwesel. Dort werten die Wahrschauer die Bilder auf Monitoren aus und können den Schiffsverkehr rund um die Uhr lückenlos beobachten. Auf Basis dieser Radarbilder sowie der verpflichtenden Funkmeldungen der Schiffe steuern sie dann die Lichtsignaltafeln am Ufer, um die wartepflichtigen Bergfahrer vor heranrasenden Talfahrern zu warnen.
Einfluss auf das Lotsenwesen Neben den stationären Landradaranlagen der Wahrschau trug auch die flächendeckende Einführung von hochauflösenden Flussradargeräten an Bord der Binnenschiffe massiv zur Verkehrssicherheit bei. Da die Schiffsführer durch das Bordradar und die verlässliche Steuerung durch die Revierzentrale die Engstellen zunehmend eigenständig navigieren konnten, beschleunigte die Radartechnik den Niedergang des historischen Berufsstandes der Rheinlotsen, deren letzte Station auf dieser Strecke im Jahr 1988 geschlossen wurde.