Meierhof: Externer Hof im Weiler

Im architektonischen und wirtschaftlichen Gesamtkontext der klösterlichen Nebengebäude bildete der Meierhof im benachbarten Ort Weiler das zentrale externe landwirtschaftliche Gut der Anlage auf dem Rupertsberg. Während sich innerhalb der schützenden Ringmauer primäre Wirtschafts- und Gesindegebäude befanden, war ein bedeutender Teil der landwirtschaftlichen Erzeugung auf diesen externen Hof ausgelagert.

Räumliche Anbindung an die inneren Wirtschaftsgebäude Die internen klösterlichen Nebengebäude und der externe Meierhof waren logistisch direkt miteinander verzahnt: Von den Wirtschaftsgebäuden, die sich innerhalb der Klostermauern (vermutlich im westlichen Klausurflügel) befanden, führte ein eigenes Tor gezielt nach Weiler. Durch dieses Tor ließ sich der Meierhof auf direktem Wege von der inneren Klausur aus erreichen.

Landwirtschaftliche Bedeutung und Verwaltung Die Besitztümer in Weiler stellten eine wichtige Versorgungs- und Einnahmequelle dar. Bereits in einer frühen Stiftungsurkunde (um 1142) werden Einkünfte aus einem Hof in Weiler („Wilre“) aufgeführt. Die landwirtschaftlichen Flächen unterlagen einer genauen stiftischen Verwaltung: Ein eigens bestellter Stäbler hatte die Aufgabe, im Juli nach Weiler zu gehen, um die dortigen Wiesen zu besehen und den Heuzehnten (Hauzehnten) einzuholen. Ebenso oblag es ihm, zur Erntezeit die Felder in Weiler zu begehen, um den Ertrag von Korn, Weizen, Spelz, Hafer und anderen Früchten zu begutachten und so den Zehnten abzuschätzen.

Der Meierhof im Gesamtkontext der Nebengebäude Der Meierhof war die logische, landwirtschaftliche Erweiterung der inneren klösterlichen Infrastruktur. Innerhalb des ummauerten Klosterbezirks befanden sich diverse Nebengebäude zur Verwaltung, Beherbergung und direkten Versorgung: Die Quellen nennen hier explizit Gesinde- und Wirtschaftsgebäude, ein Sommerhaus, das Gästehaus sowie das Propsthaus mit dem „Patersgarten“. Zudem gab es innerhalb der Mauern einen eigenen Konventgarten, von dem allein zwei Morgen als Weingarten angelegt waren. Der landwirtschaftliche Großbetrieb des Meierhofs in Weiler ergänzte diese stadtähnliche innere Infrastruktur und sicherte als externer Wirtschaftshof das autarke Überleben des Klosters.


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