Klosterküche: Anbindung an Refektorium

Im größeren baulichen und funktionalen Zusammenhang der klösterlichen Nebengebäude und Wirtschaftsstrukturen bildete die Klosterküche das zentrale innere Versorgungszentrum der Abtei. Während landwirtschaftliche Bauten wie Stallungen oder das Kelterhaus eher an den westlichen und südwestlichen Rand des Areals ausgelagert waren, war die Küche logistisch und räumlich direkt in den Wohn- und Lebenskern der Klausur integriert.

Die direkte Anbindung an das Refektorium Bei der architektonischen Rekonstruktion der Anlage wird die Klosterküche exakt zwischen dem Südgiebel des Dormentbaus (Schlafsaal im Ostflügel) und dem Ostgiebel des Refektoriums (Speisesaal im Südflügel) eingepasst. Diese durchdachte architektonische Positionierung garantierte eine unmittelbare und hochfunktionale Anbindung an den Speisesaal, wodurch die zubereiteten Speisen auf kürzestem Weg an den versammelten Konvent ausgegeben werden konnten.

Infrastruktur: Wasserversorgung und Beheizung Die Lage der Küche an diesem speziellen Knotenpunkt der Klostergebäude erfüllte im Alltag der Nonnen zudem weitere wichtige synergetische Zwecke:

- Wärmespender: Der große Kamin der Klosterküche war baulich so an die angrenzenden Flügel angebunden, dass er nicht nur zum Kochen diente, sondern dem direkt angrenzenden Dormitorium (Schlaftrakt) in der kalten Jahreszeit willkommene Wärme spenden konnte. - Wasserversorgung: Ein späterer detaillierter Grundstücksplan des Käufers Franz Herter aus dem Jahr 1819 lässt vermuten, dass sich in genau diesem Bereich des Klosterhofs ein Brunnen befand. Diese unmittelbare Nähe zu einer Wasserquelle wäre für den arbeitsintensiven Betrieb einer mittelalterlichen Großküche unabdingbar gewesen und liefert ein starkes Argument dafür, die Küche exakt an dieser Stelle zu verorten.

Im Gegensatz zu den rein landwirtschaftlichen Nebengebäuden war die Klosterküche somit das wichtigste energetische und logistische Scharnier, das die lebensnotwendigen Wirtschaftsfunktionen perfekt mit den gemeinschaftlichen Wohn- und Speiseräumen des Nonnenkonvents verzahnte.


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