Kapitelsaal und Kreuzgang

Der Kapitelsaal und der Kreuzgang sind zentrale Elemente der klösterlichen Anlage auf dem Disibodenberg und veranschaulichen im größeren Kontext der architektonischen Merkmale vor allem den repräsentativen, gotischen Ausbau während der Zisterzienser-Ära.

Die gotische Veredelung des Kreuzgangs Während die Grundstruktur der Anlage noch stark auf den Entwürfen der Benediktiner basierte, drückten die ab 1259 ansässigen Zisterzienser dem Kreuzgang ihren eigenen architektonischen Stempel auf. Die Quellen heben hervor, dass insbesondere der östliche Flügel des Kreuzgangs im 14. Jahrhundert aufwendig eingewölbt und mit einem gotischen Kreuzrippengewölbe ausgestattet wurde, welches sich um einen zentralen Brunnen gruppierte. Dieser Umbau ist ein klares Zeugnis für den enormen Reichtum und den hohen künstlerischen Anspruch, den der Orden durch seine florierende Agrarwirtschaft erlangt hatte.

Klar erkennbare Grundrisse Trotz der späteren Zerstörung und Nutzung der Anlage als Steinbruch gehören der Kreuzgang und der Kapitelsaal (der traditionelle Versammlungsraum der Mönche) zu den am besten ablesbaren Bereichen der Ruine. Wenn Besucher heute durch die historische Klosterpforte treten, sind die Grundrisse von Kirche, Kreuzgang und Kapitelsaal sofort gut erkennbar und vermitteln einen direkten Eindruck der klassischen klösterlichen Raumordnung.

Bedeutende Funde: Die mittelalterlichen Grabplatten Ein herausragendes historisches und architektonisches Merkmal dieser beiden Bereiche ist ihre Funktion als zentrale Grablege. Bei den umfangreichen archäologischen Ausgrabungen zwischen 1985 und 1990 wurden genau im Bereich des Kapitelsaals und des Kreuzganges zahlreiche kunsthistorisch überaus bedeutende mittelalterliche Grabplatten freigelegt.

Insgesamt konnten durch die Forschung mehr als 60 solcher Grabplatten mit lateinischen Inschriften auf dem Berg gesichert werden, die wertvolle Puzzlesteine zur Geschichte des Klosters liefern. Zum Schutz vor Witterungsschäden sind einige der originalen Grabplatten im Bereich des Kreuzgangs heute mit Erde abgedeckt. Besucher können jedoch Kopien dieser im Kreuzgang gefundenen Grabplatten in der benachbarten gotischen Marienkapelle besichtigen.

Im Gesamtbild der Klosterarchitektur repräsentieren der Kapitelsaal und der Kreuzgang somit nicht nur die alltägliche klösterliche Lebens- und Versammlungsstruktur, sondern stehen durch ihre aufwendigen gotischen Gewölbe und die kunstvollen Grabplatten stellvertretend für die hohe architektonische und erinneru


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