Was verbindet eine Visionärin des 12. Jahrhunderts mit der modernen Komplexitätsforschung?
Obwohl mehr als 900 Jahre zwischen ihnen liegen, beschreiben beide eine Welt, die nicht aus isolierten Einzelteilen besteht, sondern aus einem lebendigen Netz wechselseitiger Beziehungen. Hildegard nennt diese Ordnung Ordo und ihre schöpferische Lebenskraft Viriditas. Die heutige Systemtheorie spricht von Selbstorganisation, Rückkopplung, Emergenz und dynamischen Netzwerken. Die Begriffe unterscheiden sich – die zugrunde liegende Vorstellung einer geordneten, sich selbst tragenden Welt weist jedoch bemerkenswerte Parallelen auf.