LWL-Museum Zeche Nachtigall – Die Wiege des Ruhrbergbaus
Am Eingang des Wittener Muttentals liegt mit dem LWL-Museum Zeche Nachtigall einer der geschichtsträchtigsten Orte des Ruhrgebiets. Hier begann vor mehr als 300 Jahren die Entwicklung des Ruhrbergbaus, aus dem später die größte Industrieregion Europas hervorging. Heute verbindet das Museum auf einzigartige Weise Bergbau-, Industrie-, Geologie- und Ziegeleigeschichte. (zeche-nachtigall.lwl.org)
Nach dem Ende des Bergbaus begann auf dem Gelände ein neues Kapitel. Der Unternehmer Wilhelm Dünkelberg gründete 1893 eine Ziegelei. Die vorhandenen Rohstoffe – Ton, Sandstein und sogar Restkohle – konnten direkt vor Ort genutzt werden. Die Ziegelei produzierte über Jahrzehnte die dringend benötigten Ziegel für die schnell wachsenden Städte und Industrieanlagen des Ruhrgebiets. Erst 1964 wurde der Betrieb eingestellt. (lwl-industriekultur.de)
Besonders eindrucksvoll sind heute die erhaltenen Ringöfen der Ziegelei Dünkelberg. Diese Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Brennöfen zählen zu den wichtigsten technischen Denkmalen des Museums. Beim Ringofen handelt es sich um eine geniale Erfindung des Industriezeitalters: Die Brennkammern sind kreisförmig angeordnet, sodass der Brennvorgang kontinuierlich von Kammer zu Kammer wandern konnte. Während in einem Abschnitt bereits Ziegel gebrannt wurden, konnten andere Kammern befüllt oder entleert werden. Dadurch wurde erheblich Brennstoff gespart und eine industrielle Massenproduktion ermöglicht. Die beiden Ringöfen prägen noch heute das Erscheinungsbild des Museumsgeländes. (lwl-industriekultur.de)
Eine besondere Entdeckung gelang bei der Restaurierung eines Ringofens: Unter ihm wurde der ehemalige Schachtkopf des Tiefbauschachtes Hercules freigelegt. Damit treffen an einem einzigen Ort die beiden großen Industriezweige des Geländes unmittelbar aufeinander – Bergbau und Ziegelproduktion. (Wikipedia)
Heute können Besucher nicht nur historische Maschinen und Ausstellungen besichtigen, sondern auch in das Besucherbergwerk einfahren und die Atmosphäre der alten Stollen erleben. Ergänzt wird das Angebot durch eine Ausstellung zur Geologie des Ruhrgebiets, eine rekonstruierte Kleinzeche sowie Informationen über die Kohlenschifffahrt auf der Ruhr. Dadurch vermittelt die Zeche Nachtigall anschaulich, wie eng Bergbau, Verkehr, Rohstoffgewinnung und Industrialisierung miteinander verbunden waren. (Wikipedia)
Die Zeche Nachtigall ist damit weit mehr als ein Bergbaumuseum. Sie erzählt die Geschichte des Ruhrgebiets von seinen Anfängen im frühen Stollenbergbau über die industrielle Revolution bis hin zur Ziegelproduktion und Denkmalpflege. Kaum ein anderer Ort macht die Entwicklung der Region so anschaulich und greifbar wie dieses Museum im Muttental. (zeche-nachtigall.lwl.org)