Die frühe Eisenbahngeschichte ist voller Maschinen, die mehr Hoffnung als Erfolg transportierten. Eine von ihnen war die Lokomotive LDE – Columbus. Als sie 1835 aus Baltimore nach Sachsen kam, schien sie ein Versprechen aus der Neuen Welt zu verkörpern. Amerikanische Lokomotiven hatten auf der Baltimore and Ohio Railroad bereits Aufmerksamkeit erregt, und auf Empfehlung des sächsischen Konsuls in den Vereinigten Staaten entschied sich die junge Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie für den Import dieser modernen Maschine. (Wikipedia)
Doch die Wirklichkeit auf den sächsischen Gleisen erwies sich als weniger glanzvoll. Während die Eisenbahn damals noch als technisches Abenteuer galt, wurde die „Columbus“ in den Geschäftsberichten bald als unzuverlässig und praktisch unbrauchbar beschrieben. Mehrfach versuchte man sogar, die Lokomotive an den Hersteller zurückzugeben – vergeblich. So wurde aus dem Symbol des Fortschritts ein kostspieliger Irrtum. (Wikipedia)
Ihre Geschichte endete nicht mit einem spektakulären Unfall oder einer letzten großen Fahrt, sondern eher unscheinbar: 1842 nahm die Sächsische Maschinenbau-Compagnie die „Columbus“ beim Verkauf der neuen Lokomotive LDE – Pegasus in Zahlung. Danach verliert sich ihre Spur. Vielleicht wurde sie zerlegt, vielleicht umgebaut, vielleicht fuhr sie unter anderem Namen weiter – die Quellen schweigen. (Wikipedia)
Gerade darin liegt ein besonderer Reiz dieser frühen Eisenbahngeschichte. Zwischen den berühmten Lokomotiven, die technische Meilensteine wurden, finden sich immer wieder solche vergessenen Maschinen: ehrgeizige Experimente, die scheiterten, aber dennoch ihren Platz im großen Aufbruch des Industriezeitalters hatten. Die „Columbus“ war keine Heldin der Schiene – eher eine Randfigur. Doch auch sie erzählt von jener Zeit, als Europa noch nach Amerika blickte, um die Zukunft der Eisenbahn zu erlernen. (Wikipedia)