Baureihe Ae68

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Als die Berner Alpenbahn-Gesellschaft Bern–Lötschberg–Simplon in den 1920er Jahren vor immer schwereren Güterzügen stand, reichten die älteren Maschinen nicht mehr aus. Die steilen Rampen der Lötschbergstrecke verlangten nach einer Lokomotive, die Kraft und Geschwindigkeit miteinander verbinden konnte. Das Ergebnis war die Be 6/8, später Ae 6/8 genannt – eine gewaltige Elektrolokomotive mit ungewöhnlicher Achsfolge und einer Leistung, die damals nahezu alles übertraf, was auf europäischen Schienen unterwegs war. (Wikipedia)

Schon ihre Erscheinung hatte etwas Eigenwilliges. Die langen Vorbauten, die schweren Drehgestelle und die gedrungene Kraft ihrer Proportionen erinnerten an jene Epoche, in der Lokomotiven nicht nach Designrichtlinien entstanden, sondern aus technischen Notwendigkeiten. Die ersten Maschinen wurden sogar in Italien bei Breda gefertigt – ein bemerkenswert internationales Projekt für die damalige Zeit. (Wikipedia)

Auf dem Lötschberg bewährte sich die neue Lokomotive schnell. Kohlezüge von mehr als 500 Tonnen zog sie über die Alpenrampen, später sogar noch schwerere Lasten. Zeitweise galt die Ae 6/8 als die leistungsstärkste Lokomotive der Welt. Während andere Bahnen noch mit Stangenantrieben arbeiteten, setzte die BLS bereits auf moderne Einzelachsantriebe. Die Maschine war damit nicht nur stark, sondern auch ein technischer Vorgriff auf die Zukunft des elektrischen Lokomotivbaus. (Wikipedia)

Bemerkenswert ist, dass ihre Geschichte weit über die eigene Bahn hinausreichte. Selbst die Schweizer Bundesbahnen mieteten einzelne Ae 6/8 für den Einsatz am Gotthard an. Das war ein stilles Kompliment an eine Lokomotive, die ursprünglich nur für die Lötschbergbahn gedacht war. (Wikipedia)

Mit ihren späteren Umbauten – höheren Geschwindigkeiten, verbesserten Laufeigenschaften und moderneren Sicherheitseinrichtungen – blieb die Baureihe über Jahrzehnte im Einsatz. Erst in den späten Jahren des elektrischen Großlokomotivzeitalters verschwanden die meisten Maschinen. Einige wenige blieben erhalten und stehen heute als historische Fahrzeuge in den Depots der BLS. (Wikipedia)

Wenn man heute eine Ae 6/8 betrachtet, sieht man nicht nur eine Lokomotive. Man sieht ein Stück jener schweizerischen Eisenbahntradition, die aus den Herausforderungen der Alpen eine eigene technische Kultur entwickelte. Die berühmten „Krokodile“ der Gotthardbahn mögen bekannter geworden sein, doch am Lötschberg war die Ae 6/8 über viele Jahre das eigentliche Kraftzentrum der Strecke – eine Maschine, die weniger durch Eleganz als durch schiere Überzeugungskraft beeindruckte. (Wikipedia)


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