1803 erwarb der bisherige Pächter das Anwesen, bezog das Kelterhaus im ehemaligen Kreuzgang als Wohnhaus und richtete das gesamte Gelände für seine eigene Wein- und Landwirtschaft neu her. Damals entstanden die großen Keller wie das „Rupertsberger Gewölbe“.
Die ehemaligen Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden größtenteils abgebrochen. Lediglich die im 18. Jahrhundert erneuerte Marienkapelle hatte Bestand: Hier richtete der neue Besitzer seine Wohnung ein. So wurden die aus der Klosterkirche stammenden fünf Arkadenbögen der Marienkapelle Teil der modernen Bebauung – und sind es bis heute geblieben: Das neue Wohnhaus bildet den Kern der Villa am Rupertsberg.
Die Überreste des Chors fielen dann 1859/60 dem Bau der Eisenbahnstrecke an der Nahe zum Opfer. Johann Franz Herter, der ein Weingut am Rupertsberg führte, verkaufte das Gelände, weil er die Zusage erhielt, dass die Straße zum neuen Bahnhof an seiner Wirtschaft vorbeiführen sollte... Seither fährt die Eisenbahn dort, wo einst Hildegard bestattet lag.
Alle mit den Tafeln verwendeten Texte sind Teil der Ausstellung. Sie enthalten Beschreibungen der historischen Entwicklung, die Dr. Schmandt, Leiter des Museums am Strom in Bingen, in seiner Forschungsarbeit zur Geschichte des Rupertsberges verfasst hat.