Nach Hildegards Tod 1179 wurde immer wieder deutlich, dass der einst so bedächtig gewählte Standort auf lange Sicht zu einer schweren Hypothek für das Gedeihen des Klosters werden sollte: Es lag außerhalb der schützenden Mauern der Stadt und eignete sich hervorragend, um feindliche Stellungen gegen Bingen zu errichten. Schon 1301 nutzten feindliche Truppen erstmals das Kloster zur Belagerung.
Vollständig zerstört wurde das Kloster dann im 30jährigen Krieg. Bei ihrem Vormarsch an den Rhein näherten sich im Herbst 1631 die schwedischen Truppen Gustav Adolfs Bingen und nahmen die Stadt in ihrem Besitz. Trotz gegenteiliger Zusicherungen ließen die Schweden das Kloster auf dem jenseitigen Naheufer dann niederbrennen, um einen möglichen Angriff der Kaiserlichen von dort aus zu verhindern.
Während die Nonnen seit 1641 ein neues Refugium im Kloster Eibigen bei Rüdesheim fanden, fristete der Rupertsberg in den folgenden 150 Jahren ein Dasein als Ruinenlandschaft.
Alle mit den Tafeln verwendeten Texte sind Teil der Ausstellung. Sie enthalten Beschreibungen der historischen Entwicklung, die Dr. Schmandt, Leiter des Museums am Strom in Bingen, in seiner Forschungsarbeit zur Geschichte des Rupertsberges verfasst hat.