Nach ihrem Tod wurde Hildegard zunächst an unbekannter Stelle bestattet. Während des 13. Jahrhunderts erhielt der Sarkophag mit ihren Gebeinen jedoch vermutlich einen Standort in der Krypta vor dem Hochaltar. Dennoch erfährt man von einer schwunghaften Hildegardis-Wallfahrt im Spätmittelalter noch nichts.
Vielmehr besuchten viele Pilger die Klosterkirche damals wegen eines Muttergottes-Bildes in der 1281 gestifteten Marienkapelle, aus dem auf wundersame Weise Blut und Milch geflossen sei. Seit 1394 befand sich auch die Nikolauskapelle der Schifferbruderschaft am Naheufer.
Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts erhielt auch die Hildegard-Verehrung neue Impulse: 1489 und 1498 fanden feierliche Graböffnungen statt, und die Prophetin wurde zur Ehre der Altäre erhoben – dies war die altertümliche Form der Heiligsprechung ohne päpstliche Kanonisation.
Alle mit den Tafeln verwendeten Texte sind Teil der Ausstellung. Sie enthalten Beschreibungen der historischen Entwicklung, die Dr. Schmandt, Leiter des Museums am Strom in Bingen, in seiner Forschungsarbeit zur Geschichte des Rupertsberges verfasst hat.