Hildegard von Bingen: Gesundheit – Zitate und Quellen

Quellenkritische Arbeitsfassung mit 32 Belegstellen. Die Tabelle sammelt Aussagen aus Causae et Curae, in denen Gesundheit, Krankheit, Maß, Ernährung, Schlaf, Bewegung, körperliche Ordnung und vorbeugende Lebensführung ausdrücklich miteinander verbunden werden.

Wichtiger Hinweis: Die Texte dokumentieren Medizin und Anthropologie des 12. Jahrhunderts. Humoralpathologie, Aderlass, Kauterisation und prognostische Körperzeichen sind keine heutigen Therapie- oder Diagnoseempfehlungen. Besonders gefährliche oder überholte Aussagen sind im Statusfeld entsprechend gekennzeichnet.

Textgrundlage: Paul Kaiser (Hg.), Hildegardis Causae et Curae, Leipzig: B. G. Teubner 1903. Die lateinischen Texte wurden nach dem digitalisierten Druckbild beziehungsweise dessen Volltext kontrolliert; offensichtliche OCR-Fehler wurden stillschweigend normalisiert. Die deutschen Übersetzungen sind neu und bewusst eng am Wortlaut gehalten. Neuere kritische Edition: Laurence Moulinier, Beate Hildegardis Cause et cure, Berlin 2003.

Nr. Thema Lateinischer Originaltext Eigene Übersetzung Werk und Fundstelle Bedeutung für Hildegards Gesundheitsverständnis Status
1 Übermaß als Störung des Körpers Et cum haec duo cibos et potus superflue suscipiunt, tempestates malorum humorum omni corpori inferunt. „Wenn Magen und Blase Speisen und Getränke im Übermaß aufnehmen, bringen sie dem ganzen Körper Stürme schlechter Säfte.“ Causae et Curae I, De tempore; Kaiser 1903, S. 17–18 Gesundheit setzt eine maßvolle Aufnahme von Nahrung und Getränken voraus; Übermaß stört nach humoralpathologischer Vorstellung die innere Ordnung. Text und Werkstelle sicher identifiziert
2 Enthaltsamkeit und körperliche Gesundheit Qui autem in cibo et potu continens est, bonum sanguinem et sanum corpus habebit. „Wer dagegen bei Speise und Trank maßhält, wird gutes Blut und einen gesunden Körper haben.“ Causae et Curae I, De tempore gignendi; Kaiser 1903, S. 18, Z. 23–25 Eine der klarsten Aussagen Hildegards, die Gesundheit unmittelbar mit maßvoller Ernährung verbindet. Text und Werkstelle sicher identifiziert
3 Unruhe der Körpersäfte Cum eos in aegritudinem deiciunt. „Wenn sie die Menschen in Krankheit hinabstürzen.“ Causae et Curae I, im Vergleich der unruhigen Winde mit den schlechten Körpersäften; Kaiser 1903, S. 6 Krankheit erscheint als Folge einer gefährlichen Unruhe und Kollision innerer Kräfte. Kurzer Satz im unmittelbaren Kontext sicher identifiziert
4 Maßverlust der Säfte In quocumque homine huiusmodi livor supra mensuram suam in superfluitate se extenderit, ceteri humores in illo pacifici esse non possunt. „In welchem Menschen sich ein solcher schädlicher Saft über sein Maß hinaus im Überfluss ausbreitet, können die übrigen Säfte in ihm nicht in Frieden sein.“ Causae et Curae II, Komplexionslehre; Kaiser 1903, S. 51–52 Gesundheit beruht auf einem geordneten Verhältnis der Körpersäfte; das Überschreiten des eigenen Maßes erzeugt innere Gegensätze. Text sicher; medizinisches Modell historisch überholt
5 Wechsel von Krankheit und Gesundheit Interdum sunt in infirmitate, interdum in sanitate, interdum in timore, interdum in robore, interdum in tristitia, interdum in laetitia. „Bald sind sie in Krankheit, bald in Gesundheit, bald in Furcht, bald in Kraft, bald in Traurigkeit, bald in Freude.“ Causae et Curae II, Komplexionslehre; Kaiser 1903, S. 51–52 Gesundheit wird nicht als unveränderlicher Besitz, sondern als beweglicher Zustand innerhalb leiblich-seelischer Wechsel beschrieben. Text und Werkstelle sicher identifiziert
6 Wiederherstellung Cum sunt infirmi, facit eos sanos, cum timidi, facit eos robustos, cum tristes, facit eos laetos. „Wenn sie krank sind, macht er sie gesund; wenn sie furchtsam sind, macht er sie stark; wenn sie traurig sind, macht er sie froh.“ Causae et Curae II, Komplexionslehre; Kaiser 1903, S. 51–52 Heilung erscheint als Wiederherstellung von Gesundheit, Kraft und seelischer Zuversicht; der Satz steht in einem theologischen Zusammenhang. Text und Werkstelle sicher identifiziert
7 Innere Ordnung der Säfte Usque dum praedicta spuma et praedictum tepidum attenuata in rectum ordinem suum redeunt. „Bis der erwähnte Schaum und die erwähnte lauwarme Feuchtigkeit, abgeschwächt, in ihre rechte Ordnung zurückkehren.“ Causae et Curae II, De frenesi; Kaiser 1903, S. 52–53 Gesundung wird ausdrücklich als Rückkehr innerer Kräfte in den rectus ordo, die rechte Ordnung, beschrieben. Text sicher; Übersetzung sinngemäß geglättet
8 Ausgeglichenheit und Langlebigkeit Hic homo naturaliter prudens est et stabilis et in his perseverat et sanus in corpore est ac longaevus erit. „Dieser Mensch ist von Natur aus klug und beständig, verharrt darin, ist körperlich gesund und wird langlebig sein.“ Causae et Curae II, Komplexionslehre; Kaiser 1903, S. 52 Hildegard verknüpft eine geordnete körperliche Konstitution mit Beständigkeit, Gesundheit und langer Lebensdauer. Text und Werkstelle sicher identifiziert
9 Zwischen Gesundheit und Krankheit Nec est ad plenum sanus nec ad plenum infirmus. „Er ist weder vollständig gesund noch vollständig krank.“ Causae et Curae II, De amentia; Kaiser 1903, S. 53 Bemerkenswert ist die Vorstellung eines Zwischenzustands: Gesundheit und Krankheit werden nicht ausschließlich als starre Gegensätze behandelt. Text und Werkstelle sicher identifiziert
10 Schlaf als Regeneration Sed sopore postea recreabatur, sicut cibo refocillabatur. Et sic etiam in omnibus hominibus fit. „Durch Schlaf wurde er wiederhergestellt, wie er durch Nahrung gestärkt wurde. Und so geschieht es bei allen Menschen.“ Causae et Curae II, Item de Adae sopore; Kaiser 1903, S. 82 Schlaf und Nahrung werden als zwei grundlegende Formen körperlicher Wiederherstellung verstanden. Text und Werkstelle sicher identifiziert
11 Schlaf stärkt den Körper Cum enim homo dormit, tunc medulla eius recreatur et crescit, et cum vigilat, tunc medulla eius aliquantulum attenuatur et debilitatur. „Wenn der Mensch schläft, wird sein Mark wiederhergestellt und nimmt zu; wenn er wacht, wird es etwas vermindert und geschwächt.“ Causae et Curae II, De somno; Kaiser 1903, S. 82 Die mittelalterliche Physiologie ist überholt; die Beobachtung, dass Schlaf der Regeneration dient, ist sachlich nachvollziehbar. Text sicher; physiologische Erklärung historisch
12 Bedürfnis des Körpers Quia anima eius in ipso necessitatem corporis sui sentit. „Weil seine Seele in ihm das Bedürfnis seines Körpers wahrnimmt.“ Causae et Curae II, De somno; Kaiser 1903, S. 82 Körper und Seele sind funktional verbunden: Müdigkeit wird als Wahrnehmung eines körperlichen Bedürfnisses durch die Seele beschrieben. Text und Werkstelle sicher identifiziert
13 Geordnetes Erwachen Sed cum tandem recta moderatione homo evigilat, acutior in ingenio et hilarior in vultu multotiens apparet, quod tunc omnia membra eius compaginata sunt in requie. „Wenn der Mensch schließlich in rechter Mäßigung erwacht, erscheint er häufig wacher im Verstand und heiterer im Gesicht, weil dann alle seine Glieder in der Ruhe wieder zusammengefügt sind.“ Causae et Curae II, Schlaflehre; Kaiser 1903, S. 86 Erholsamer Schlaf stellt nach Hildegard körperliche Geschlossenheit sowie geistige Wachheit und Heiterkeit wieder her. Text sicher; Übersetzung leicht geglättet
14 Bewegung im rechten Maß Masculus autem, qui in corpore sanus est, si diu ambulat aut si diu erectus stat, inde non multum laeditur, quia in commotione corporis est, ita tamen, ne supra modum vadat aut stet. „Ein Mann, der körperlich gesund ist, wird nicht sehr geschädigt, wenn er lange geht oder aufrecht steht, weil sein Körper in Bewegung ist – vorausgesetzt, er geht oder steht nicht über das Maß hinaus.“ Causae et Curae II, De exercitio; Kaiser 1903, S. 86–87 Bewegung gilt als gesund, doch auch sie muss begrenzt und der körperlichen Verfassung angepasst werden. Text und Werkstelle sicher identifiziert
15 Anpassung an Schwäche Qui vero debilis est, sedeat, quia, si iste multum iret aut staret, inde laederetur. „Wer aber schwach ist, soll sitzen; denn wenn er viel ginge oder stünde, würde er dadurch geschädigt.“ Causae et Curae II, De exercitio; Kaiser 1903, S. 87 Die Empfehlung folgt keinem einheitlichen Trainingsideal, sondern passt die Belastung dem Zustand des Menschen an. Text und Werkstelle sicher identifiziert
16 Trinken während der Mahlzeit Et tunc modice bibat et iterum comedat […] quia si homo in cibo […] non biberet, gravis mente et corpore efficeretur nec bonum succum sanguinis pararet nec bonam digestionem exinde haberet. „Dann soll er ein wenig trinken und wieder essen […] denn wenn der Mensch während der Mahlzeit nicht tränke, würde er schwer an Geist und Körper, bildete keinen guten Blutsaft und hätte keine gute Verdauung.“ Causae et Curae II, De siti; Kaiser 1903, S. 113–114 Hildegard empfiehlt kleine Trinkmengen beim Essen und warnt zugleich vor zu viel Flüssigkeit. Text sicher; Auslassung kenntlich gemacht
17 Trinken ohne Übermaß Si autem in cibo suo supra modum bibit, malam inundationem procellarum in humoribus corporis sui facit, ita quod recti humores in eo disperguntur. „Wenn er aber beim Essen übermäßig trinkt, verursacht er eine schlechte, stürmische Überschwemmung in den Säften seines Körpers, sodass die geordneten Säfte in ihm zerstreut werden.“ Causae et Curae II, De siti; Kaiser 1903, S. 113–114 Das Bild der Überschwemmung veranschaulicht den Verlust der körperlichen Ordnung durch Übermaß. Text und Werkstelle sicher identifiziert
18 Ruhe nach dem Essen Homo post cibum statim non dormiat […] sed post cibum per aliquam brevem moram a dormitione se contineat. „Der Mensch soll nach dem Essen nicht sofort schlafen […] sondern sich nach der Mahlzeit für eine kurze Zeit vom Schlaf zurückhalten.“ Causae et Curae II, De dormitione; Kaiser 1903, S. 114 Hildegard empfiehlt eine kurze Übergangszeit zwischen Essen und Schlaf. Text sicher; Auslassung kenntlich gemacht
19 Kurzer Schlaf nach der Mahlzeit Sed si homo per brevem moram se continuerit et tunc ad dormitionem se per modicam horam deposuerit, caro et sanguis eius ex hoc crescit, et sanus inde efficitur. „Wenn der Mensch sich eine kurze Zeit zurückhält und sich dann für eine mäßige Zeit zum Schlaf niederlegt, werden dadurch Fleisch und Blut gestärkt, und er wird davon gesund.“ Causae et Curae II, De dormitione; Kaiser 1903, S. 114, Z. 8–14 Ein zeitlich begrenzter Erholungsschlaf wird als gesundheitsfördernd beschrieben. Text und Werkstelle sicher identifiziert
20 Weder zu viel noch zu wenig trinken Sed tamen omni tempore […] homo caveat, ne supra modum bibat […] Nec etiam homo supra modum sibi potum subtrahat. „Zu jeder Zeit soll der Mensch sich davor hüten, übermäßig zu trinken […] Er soll sich aber auch das Trinken nicht übermäßig entziehen.“ Causae et Curae II, Trinkregeln; Kaiser 1903, S. 118–119 Gesundheit liegt für Hildegard zwischen Übermaß und übertriebener Entbehrung. Text sicher; Auslassungen kenntlich gemacht
21 Maß als allgemeines Heilprinzip Immoderata minutio sanguinis corpus debile facit, moderata vero corpori sanitatem tribuit, sicut et moderatus cibus et potus corpus sublevant. „Ein unmäßiger Aderlass macht den Körper schwach; ein maßvoller aber verleiht dem Körper Gesundheit, so wie maßvolle Speise und maßvoller Trank den Körper stärken.“ Causae et Curae II, De minutione; Kaiser 1903, S. 120, Z. 5–8 Der Aderlass ist medizinisch überholt; zentral ist jedoch die ausdrücklich formulierte Regel, dass Maß stärkt und Übermaß schwächt. Original sicher; Therapie nicht zur Anwendung geeignet
22 Vorsicht bei Eingriffen Si tunc propter infirmitatem necesse habuerit, venas incidat, sed tamen moderate sanguinem emittat. „Wenn es wegen einer Krankheit notwendig sein sollte, möge er die Venen öffnen, aber dennoch nur maßvoll Blut ablassen.“ Causae et Curae II, Altersregeln zum Aderlass; Kaiser 1903, S. 124 Selbst innerhalb einer historischen Therapie fordert Hildegard Begrenzung und Vorsicht. Original sicher; medizinisch überholt
23 Schädigung durch unmäßige Behandlung Si diutius et indiscrete in ullo homine tenetur, tunc […] sanitas et sanguis hominis eicitur. „Wenn sie bei einem Menschen zu lange und ohne Unterscheidung angewandt wird, werden schließlich […] seine Gesundheit und sein Blut ausgetrieben.“ Causae et Curae II, Behandlung durch Brennen beziehungsweise Kauterisation; Kaiser 1903, S. 129 Hildegard warnt innerhalb ihrer zeitgebundenen Therapievorstellung vor einer zu langen und undifferenzierten Anwendung. Original sicher; historische Therapie gefährlich
24 Gesundheit darf nicht mit der Krankheit entweichen Ubi autem caro cum cute per ignem perforatur, sanitas hominis cum tabe egreditur. „Wo aber Fleisch und Haut vom Feuer durchbohrt werden, entweicht mit dem Krankheitsstoff auch die Gesundheit des Menschen.“ Causae et Curae II, Kauterisation; Kaiser 1903, S. 129 Der Satz formuliert anschaulich, dass ein zu aggressiver Eingriff nicht nur die Krankheit, sondern auch die Lebenskraft schädigt. Original sicher; historische Behandlung nicht anwenden
25 Temperierte Körperwärme Ita quod ipse ignis rectam temperiem corpori hominis dat, et quod etiam tunc frigiditate et humiditate temperatur. „So gibt dieses Feuer dem menschlichen Körper die rechte Ausgewogenheit, indem es zugleich durch Kühle und Feuchtigkeit gemäßigt wird.“ Causae et Curae II, De medullae temperie; Kaiser 1903, S. 141 Gesundheit entsteht im Bild einer regulierten Wärme, die durch gegenläufige Kräfte in einer recta temperies gehalten wird. Text sicher; physiologisches Modell historisch
26 Einfache, maßvolle Ernährung Homo, qui carnes comedere vult, eas moderate et simplici condimento coctas comedat et non nimis calidas nec nimis deliciose diversis […] condimentis paratas. „Wer Fleisch essen will, soll es maßvoll und mit einfacher Würzung gekocht essen, weder zu heiß noch allzu üppig mit verschiedenen Würzmitteln zubereitet.“ Causae et Curae II, De crapula; Kaiser 1903, S. 141 Gesundheit wird mit einfacher Zubereitung und der Vermeidung luxuriöser Überreizung verbunden. Text sicher; Auslassung kenntlich gemacht
27 Mäßigung starken Weines Homo, qui pretiosum et forte vinum bibere vult, illud aqua misceat, ut fortitudo et calor eius aliquantum debilitetur et temperetur. „Wer kostbaren und starken Wein trinken will, soll ihn mit Wasser mischen, damit seine Stärke und Wärme etwas abgeschwächt und gemäßigt werden.“ Causae et Curae II, De vino; Kaiser 1903, S. 141 Auch hier lautet das Prinzip nicht völliger Verzicht, sondern Abschwächung und Temperierung. Text sicher; keine heutige Gesundheitsempfehlung
28 Grundregel für Speise und Trank Et omnis cibus et potus honeste et temperate et moderate sumatur, ne homo diversis humoribus, qui in illis sunt, debilitetur. „Jede Speise und jedes Getränk soll auf angemessene, ausgeglichene und maßvolle Weise genommen werden, damit der Mensch nicht durch die verschiedenen darin enthaltenen Säfte geschwächt wird.“ Causae et Curae II, De vino; Kaiser 1903, S. 142, Z. 1–6 Eine zentrale Gesundheitsregel: honeste, temperate et moderate – angemessen, ausgewogen und maßvoll. Text und Werkstelle sicher identifiziert
29 Gesund bleiben Et si sanus est corpore, in cibo et potu se observet […] quatinus sanus permaneat. „Wenn er körperlich gesund ist, soll er bei Speise und Trank auf sich achten […], damit er gesund bleibt.“ Causae et Curae II, Ernährungslehre; Kaiser 1903, S. 142, Z. 10–14 Gesundheitspflege ist vorbeugend: Auch der Gesunde soll sein Verhalten beobachten und Maß halten. Text sicher; Auslassung kenntlich gemacht
30 Gesunde Augen als Lebenszeichen Cum homo sanus in corpore est, oculos puros et perlucidos habet […] signum vitae tenet. „Wenn ein Mensch körperlich gesund ist und reine, durchscheinende Augen hat […], trägt er ein Zeichen des Lebens.“ Causae et Curae V, De vitae signis; Kaiser 1903, S. 220 Hildegard verbindet sichtbare körperliche Zeichen mit einer Prognose; die diagnostische Zuverlässigkeit ist nach heutigen Maßstäben nicht gegeben. Original sicher; prognostische Aussage historisch
31 Augen als Fenster der Seele Oculi enim hominis fenestrae animae sunt. „Denn die Augen des Menschen sind die Fenster der Seele.“ Causae et Curae V, De oculis; Kaiser 1903, S. 220 Der körperliche Befund wird in Hildegards Anthropologie zugleich als Ausdruck der seelischen Lebenskraft verstanden. Text und Werkstelle sicher identifiziert
32 Gesichtsfarbe als Lebenszeichen Homo etiam cum sanus est, cuius color in genis sub cute rubeus seu moderate rubeus est […] signum vitae habet. „Ein gesunder Mensch, dessen Wangenfarbe unter der Haut rot oder mäßig rot ist […], besitzt ein Zeichen des Lebens.“ Causae et Curae V, De signis vitae; Kaiser 1903, S. 220 Die Beobachtung der Hautfarbe gehört zur historischen Prognostik; sie darf nicht als verlässliches modernes Diagnoseverfahren verstanden werden. Original sicher; prognostische Aussage historisch